Hans Dominik – „Atlantis“

Atlantis von [Dominik, Hans]

Hans Dominik – Atlantis

Format: Kindle Ausgabe

Dateigröße: 1070 KB

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 283 Seiten

Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (25. April 2016)

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

Sprache: Deutsch

Strahlen aus dem Orbit

Mein Großvater las Science-Fiction, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Er las Zukunftsromane und neben den Romanen anderer Autoren, war er ausgesprochener Liebhaber (den Ausdruck Fan gab es auch noch nicht) von Hans Dominik. Warum erwähne ich das? Nun, weil mein Großvater mich das Lesen lehrte… also nicht nur die Aneinanderreihung von Buchstaben, sondern das Erfassen von Texten. Und er war es auch, der mir meine ersten Bücher schenkte – unter anderem Zukunftsromane von Hans Dominik. Damit war die Neugierde auf diese Art Literatur geweckt und sie ist bis auf den heutigen Tag nicht kleiner geworden.

Wenn man Werke aus jener Zeit liest, zumal Werke aus dem Deutschland jener Zeit, muss man auch gewärtig sein, dass sie im Geiste, dem Wissensstand und der Diktion jener Zeit verfasst sind – Hans Dominiks Romane der 1920er und 1930er Jahre machen da keine Ausnahme. Nach dem Ersten Weltkrieg bediente HD die deutschnationalen Träume vieler Leser, wobei in seinen Romanen Deutschland als Nation dennoch praktisch keine Rolle spielte. Ich will HD nicht posthum zu einem politischen Propheten oder Visionär hochstilisieren, aber während in der damaligen Gesellschaft alles auf Abschottung gegenüber anderen Gesellschaften und nationalistische Ideologie Raum griffen, hat HD in vielen seiner Romane über Kooperation von Europäern oder gar solchen Menschen, die man in der Kolonialzeit eher als Untermenschen sah, geschrieben. So gesehen, hat mein Großvater wirklich eher Zukunftsromane gelesen.

Zum Buch:

Will man sich heutzutage mit der Literatur von Hans Dominik (HD), dessen SF-Hauptwerk in der Zwischenkriegszeit der 1920er und 1930er Jahre erschien, beschäftigen, muss man lernen, dass damals das Genre zwar nicht nur, aber offenbar vornehmlich, auf den technisch-wissenschaftlichen Themenkreis beschränkt gewesen ist. Bei HD stehen meist deutsche Ingenieure oder Wissenschaftler im Mittelpunkt, die ihre Erfindungen und Entdeckungen gegen undurchsichtige Konzerne und feindliche Nationen verteidigen müssen. Insofern findet man in seinen SF-Romanen auch schon Anflüge von einem später erst modern werdenden Genre: Spionage- und Agenten-Thriller.

Natürlich habe ich als Jugendlicher noch nicht über das Hintergrundwissen besessen, das mir heute zur Verfügung steht. Natürlich hatte ich noch nicht die politischen Prägungen, welche mich heute ausmachen. Und auch die Kritikfähigkeit, die sich bekanntlich aus den Prägungen und dem Wissen speist, war dem entsprechend noch nicht entwickelt. Deswegen habe ich den Roman voller Begeisterung verschlungen! Und wenn es mir hin und wieder gelingt, all den Kopfballast abzuwerfen, dann kann ich Hans Dominik als den Deutschen Jules Verne lesen, für den manche ihn halten.