Douglas Adams – Anhalter durch die Galaxis – Trilogie in fünf Teilen

Ein Zeitungsmeldung vom 12.05.2001 mit der Überschrift „Kultautor Douglas Adams ist tot“ ist der Anlass für den Versuch einer Besprechung seines Hauptwerks (wenn man das Wort in Zusammenhang mit ihm überhaupt verwenden darf). Versuch deshalb, weil ich über mich selbst sage, dass ich niemals so witzig sein kann, wie es für eine solche Besprechung eigentlich erforderlich ist, wenn man das Werk einigermaßen würdigen will. Ich zitiere am besten die oben genannte Meldung (auszugsweise), was es mir erspart umständlich eine Biographie zu verzapfen, und Euch erspart sie zu lesen. Außerdem sind in dem Artikel auch noch Rand- und/oder Hintergrund-Informationen zu Douglas Werk:

London (dpa) – Der britische Science-Fiction-Autor Douglas Adams, der mit seiner Buchreihe «Per Anhalter durch die Galaxis» Kult- Status erreichte, ist tot. ( … ) erlag der Bestsellerautor im Alter von nur 49 Jahren in seiner kalifornischen Wahlheimat einem Herzinfarkt.

Der auch als «Weltraum-Witzbold» bekannte Kultautor erreichte mit seinen 1979 veröffentlichten «Anhalter»-Bänden (Originaltitel: «The Hitch Hiker’s Guide to the
Galaxy» Weltruhm. In der wahnwitzigen Odyssee durch Raum und Zeit beschäftigt sich
Adams auf skurrile Weise und mit typisch englischem Humor mit den elementaren Fragen
des Lebens, des Universums und des Seins. In Deutschland wurden seine Bücher mehr als 600.000 Mal verkauft. ( … )

( … ) Alan Yentob, Direktor für Kulturprogramme der BBC, würdigte Adams am Samstag als ein «einmaliges Talent». Ihm sei es gelungen, in seinen Werken für Leser aller Generationen
Fantasie, Menschlichkeit und Komödie zu vereinen.

Per Anhalter durch die Galaxis

Beim „PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS“ handelt es sich um ein elektronisches Buch (für einen in einem 1977 geschriebenen Buch durchaus futuristisch anmutender Begriff), das dem Benutzer dabei helfen soll, mit weniger als 30 Atair-Dollar in der Tasche quer durch die gesamte Galaxis zu reisen. Zu allen bewohnten und unbewohnten Planeten stehen Kurzbeschreibungen drin (für die Erde z.B. mehr nicht als der Eintrag: Harmlos), außerdem alles relevanten Tipps und Grundregeln, für solche Reisen: Ganz wichtig (erste Priorität), man sollte immer ein Handtuch dabei haben… z.B. um es sich vor die Augen binden zu können, um so dem gefräßigen Plapperkäfer von Traal zu entgehen (der annimmt, wenn du ihn nicht siehst, kann er dich auch nicht sehen!). Bekannt geworden ist das Buch auch dadurch, weil auf dem Umschlag in großen, freundlichen Buchstaben „Don´t Panik“ steht.

Aber von vorne: Arthur Dent wacht nach einem, für seine Verhältnisse nicht unüblichen, Besäufnis auf und muss feststellen, daß die Stadtverwaltung vor hat, sein geliebtes Häuschen abzureißen, was jedoch für den weiteren Verlauf der Story nicht weiter wichtig sein wird, da just ein Vogonen-Raumschiff über der Erde aufkreuzt, dessen Kapitän die Aufgabe hat, den für den Bau einer Hyperraum-Umgehungsstraße im Wege befindliche Planeten zu sprengen. Wie es für solche Bauvorhaben üblich ist, haben die Pläne lange Zeit öffentlich (auf dem Planeten Alpha Centauri) zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegen… und niemand von der Erde hat Widerspruch eingelegt. Das war´s dann halt für die Erde.

Das ganz geschah an einem Donnerstag – Es war just jener Donnerstag, an dem – fast zweitausend Jahre, nachdem ein Mann an einen Baumstamm genagelt worden war, weil er gesagt hatte, wie phantastisch er sich das vorstelle, wenn die Leute zur Abwechslung mal nett zueinander wären – ein Mädchen, das ganz allein in einem kleinen Cafe in Rickmansworth saß, plötzlich auf den Trichter kam, was die ganze Zeit so schiefgelaufen war, und sie wusste
endlich, wie die Welt gut und glücklich werden könnte. Diesmal – so sagte sie sich – hatte sie sich nicht getäuscht, es würde funktionieren, und niemand würde dafür an irgendwas genagelt werden. Nur brach traurigerweise, ehe sie ans Telefon gehen und jemandem davon erzählen konnte, sprengten die Vogonen die Erde, und ihre Idee ging für immer verloren.

Aber das war es nicht für Arthur Dent. Sein Freund Ford Prefect gibt sich ihm als Galaxis-Tramp zu erkennen und ist selbstverständlich im Besitz eines Exemplars des „ANHALTER“, der unter anderem auch eine Raumschiff-Ankündigung-Funktion hat, damit der Reisende, welcher auf einem so unzivilisierten Planeten gestrandet ist, auf dem die intergalaktische Raumfahrt noch nicht erfunden wurde, über eine Weiterreisemöglichkeit informiert ist. Ford Perfect beherrscht die Kunst eines ANHALTERS sich rechtzeitig von Raumschiffen mitnehmen zu lassen seinem Namen gemäß – und nimmt Arthur mit auf die Reise durch das Universum.

Ach die Vogonen… sie sind unfreundliche Leute, erwichen die beiden beim Schwarzfahren und wollen sie per Öffnung der Druckschleuse, in die man sie gesperrt hat, aus dem Raumschiff befördern… natürlich im freien Weltall. Kurz vor dem Zeitpunkt X entwickelte sich folgender (für das Buch exemplarischer) Dialog zwischen Artur und Ford: „Weißt du“, sagt Arthur, „in Augenblicken wie jetzt, wo ich mit einem Mann von Beteigeuze in einer vogonischen Druckschleuse gefangensitze und jeden Moment tief in den Weltraum an Erstickung sterben muss, da wünsche ich mir wirklich, ich hätte auf meine Mutter gehört, als ich noch klein war.“ „Wieso, was hat sie dir denn gesagt?“ „Ich weiß es nicht, ich hab nicht zugehört.“

Nun, sie wurden gerettet… natürlich durch einen UNWAHRSCHEINLICHEN Zufall. Wer wissen will, wie das alles weiter geht (und Lust auf skurrilsten Humor hat) sollte alsbald das Buch in die Hand nehmen… Er/Sie wird dann viel Wissenswertes über die Tatsache erfahren, dass die Labormäuse in Wahrheit die intelligentesten Lebewesen der Erde sind, die in sehr perfiden Laufrad-Experimenten Versuche an Menschen unternehmen. Man wird erfahren, welche hochphilosophischen Gedanken einen aus großer Höhe abstürzenden Wals beschäftigen. Oder man wird von einem unglaublich klugen Roboter namens Marvin lesen, dessen Schltkreise so intelligent sind, dass er der Depression fähig ist. Aber Vorsicht: Suchtgefahr. Denn im ausgesprochen kompetentesten Buch für alle Fragen des Lebens, steht zu alles zu lesen, was man immer schon wissen wollte: Wie ist das eigentlich nun so ist mit dem Leben? Was ist der Sinn des Universums? Was gar der Sinn des Lebens? So viel kann ich ja schon mal verraten: Der Sinn des Lebens ist 42.

Das Restaurant am Ende des Universums

Das mit dem Unwahrscheinlichkeits-Drive ausgestattete Raumschiff „Herz aus Gold“, das vom Präsidenten der Galaxis persönlich gestohlenen modernste Raumschiff des Universums, hatte Artur und Ford also gerettet. Zaphod, so der Name des Präsidenten (aber wer kennt nicht den Namen unseres Präsidenten….), und Ford sind verwandtschaftlich verbunden. Mit dem Schiff ist alles möglich, sofern man nur weiß wie unwahrscheinlich es ist: Es ist doch die einfachste Sache der Welt, das weiß doch jedes Kind – das Unwahrscheinliche tritt mit Sicherheit ein.

Zaphod ist ein rechter Lebemann, der eigentlich nichts „anbrennen“ lässt – aber es beschleicht ihn immer wieder eine Langeweile kosmischer Größe. Bis zu dem Zeitpunkt in dem ihm einfiel, was seine wahre Bestimmung ist: Die Suche nach den wahren Herrschen des Universums. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan – und Zaphod Phlegma ist fast schon sprichwörtlich. Nun ja, aber wenn man grad nix besseres zu tun hat, macht man es halt.

Zur gleichen Zeit, an anderer Stelle, macht sich noch eine zweite Gruppe zu genau dem selben Ziel auf… nun gut, ich will nicht alles ausplaudern – man trifft sich und… geht erst mal zusammen essen. Und das im Restaurant „Milliways“, dem Restaurant, in dem man in täglicher Aufführung das Ende des Universums geboten bekommt. Dann aber, wie sollte es auch anders sein, geraten Artur und Ford wieder in turbulente Verwicklungen und während die anderen sich auf den Weg zu den wahren Herrschern des Universums machen, geraten sie auf die prähistorische Erde, wo sie eine Entdeckung machen, die sie nun gar nicht richtig freut.

„Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.“

Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Man wird sich vielleicht fragen, wie es dem gemeinen Galaxis-Tramp möglich ist, sich mit den vielen anderen Lebensformen im Universum zu verständigen. Dazu ist es hilfreich einen sog. Babbelfisch zu besitzen… Dazu ein Auszug aus dem „ANHALTER“, der außerdem gleich beweist, dass Gott nicht existiert und somit meiner Behauptung gerecht wird, dass es sich bei dem Buch um das kompetenteste Buch für Sinnfragen handelt: »Der Babelfisch…, ließ der Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis mit ruhiger Stimme vernehmen, »ist klein, gelb und blutegelartig und wahrscheinlich das Eigentümlichste, was es im ganzen Universum gibt. Er lebt von Gehirnströmen, die er nicht seinem jeweiligen Wirt, sondern seiner Umgebung entzieht. Er nimmt alle unbewussten Denkfrequenzen dieser Gehirnströme auf und ernährt sich von ihnen. Dann scheidet er im Gehirn seines Wirtes eine telepathische Matrix aus, die sich aus den bewussten Denkfrequenzen und Nervensignalen der Sprachzentren des Gehirns zusammensetzt. Der praktische Nutzeffekt der Sache ist, dass man mit einem Babelfisch im Ohr augenblicklich alles versteht, was einem in irgendeiner Sprache gesagt wird die Sprachmuster, die man hört, werden durch die Gehirnstrommatrix entschlüsselt, die einem der Babelfisch ins Gehirn eingegeben hat.

Nun ist es aber verdammt unwahrscheinlich, dass sich etwas so wahnsinnig Nützliches rein zufällig entwickelt haben sollte, und so sind ein paar Denker zu dem Schluss gelangt, der Babelfisch sei ein letzter und entscheidender Beweis dafür, dass Gott nicht existiert. Die Argumentation verläuft ungefähr so: »Ich weigere mich zu beweisen, dass ich existiere…, sagt Gott, »denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin ich nichts « »Aber.., sagt der Mensch, »der Babelfisch ist doch eine unbewusste Offenbarung, nicht wahr? Er hätte sich nicht zufällig entwickeln können. Er beweist, dass es dich gibt, und darum gibt es dich, deiner eigenen Argumentation zufolge, nicht. Quod erat demonstrandum « »Ach, du lieber Gott.., sagt Gott, »daran habe ich gar nicht gedacht.., und löst sich prompt in ein Logikwölkchen auf. »Na, das war ja einfach…, sagt der Mensch und beweist, weil’s gerade so schön war, dass schwarz gleich weiß ist, und kommt wenig später auf einem Zebrastreifen ums Leben.

Die meisten führenden Theologen behaupten, dieser ganze Streit sei absoluter Humbug, aber er hinderte Oolon Coluphid nicht, ein kleines Vermögen damit zu verdienen, dass er ihn zum zentralen Thema seines neuesten Bestsellers „Na lieber Gott, dass war’s dann wohl“ machte.
Mittlerweile hat der arme Babelfisch dadurch, dass er alle Verständigungsbarrieren zwischen den verschiedenen Völkern und Kulturen niederriss, mehr und blutigere Kriege auf dem Gewissen als sonst jemand in der ganzen Geschichte der Schöpfung.

Artur ist einsam. In der Höhle in der er haust, man erinnere sich, dass es ihn auf die prähistorischen Erde verschlagen hat, ist nicht viel los. Mit Hilfe eines Eddie (die Erklärung was das ist spare ich mir an dieser Stelle) finden sich er und Fort mitten im Cricket-Endspiel zwischen England und Australien wieder. Nun ist dieser Sport an sich schon skurril genug, doch vielleicht kann man sich denken, wie ihr plötzliches Auftauchen die Sache weiter verkompliziert? Damit aber nicht genug…

Vor Jahrmillionen hat ein galaktisches Volk namens Krikkit gegen das gesamte Universum Krieg geführt. Es war ihr Ziel, alle Lebensformen zu vernichten. Völlig überraschender weise scheiterten sie bei ihrem Vorhaben und wurden, per Gerichtsbeschluss, mit samt ihrem Planeten in ein Zeitkondom gesperrt, in dem die Zeit langsamer als normal verläuft. Erst wenn das Universum in seinem Untergangsmoment explodiert sein wird, soll die Schutzhülle den Planeten freigeben und die Krikket müssen als einzig Überlebende weiter existieren. Blöd ist nur, dass ein paar übriggebliebene Krikkit´sche Kampfroboter „draußen“ über sehen wurde, die nun alles daran setzten ihre Herrn zu befreien.

Dazu benötigten sie bestimmte Gegenstände, auch Schlüssel genannt, von denen einer der Sieger-Pokal des Cricket-Spiels ist… und schon sind die beiden Helden wieder mitten im Getümmel.

Mach´s gut und danke für den Fisch

Auszug aus dem „ANHALTER“ „Es ist eine bedeutende und allgemein verbreitete Tatsache, dass die Dinge nicht immer das sind, was sie zu seien scheinen. Zum Beispiel waren die Menschen auf den Planeten Erde immer der Meinung, sie seinen intelligenter als die Delphine, weil sie so vieles zustande gebracht hatten – das Rad, New York, Kriege und so weiter, während die Delphine doch nichts weiter taten, als im Wasser herumzutoben und sich’s wohlsein zu lassen. Aber umgekehrt waren die Delphine der Meinung, sie seine intelligenter als die Menschen, und zwar aus genau den gleichen Gründen.“

Die Erde wurde bekanntlich von den Vongonen gesprengt, um für die Umgehungsstraße Platz zu machen. Oder etwa doch nicht…? Wie wir ja bereits wissen, existieren viele Erden auf verschiedenen Zeitebenen – und Artur kommt nun ausgerechnet auf einer Erde an, die kurz vor der Ankunft der Vogonen steht. Die Raumschiffe werden von den irdischen Regierungen zu durch Gas hervorgerufene Halluzinationen erklärt, damit alles beim Alten bleiben kann. Auf der Erde ist also alles wie es immer war? Nein, etwas ist anders: Die Delphine sind verschwunden.

Sie haben sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht, nicht ohne den Versuch zu machen, die Menschen zu warnen. Irrtümlich wurden diese Versuche von den Menschen allerdings als putzige Versuche missdeutet, etwa einen Ball auf der Delphin-Nase zu balancieren oder nach gewissen Handzeichen von menschlichen Betreuern Kunstsprünge zu machen. Als letztlich die Delphine einsahen, dass ihre Bemühungen nicht fruchteten, hinterließen sie der Menschheit noch eine Botschaft: „Macht´s gut und danke für den vielen Fisch.“, was die Menschen aber wiederum als den Versuch der Delphine missdeuteten, nach Musik auf ihren Schwänzen im Wasser zu tanzen… oder so.

Aber Artur verliebt sich in dieser Episode… und lehrt seine Angebetete fliegen… Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis“ sagt folgendes zum Thema Fliegen: „Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben. Such dir einen schönen Tag aus, schlägt er vor, und probier’s. Der erste Teil ist ganz leicht. Er erfordert nichts weiter als schlicht die Fähigkeit, sich mit dem ganzen Gewicht nach vorn zu werfen, und den festen Willen, sich nichts daraus zu machen, dass es weh tut. Das heißt, es wird weh tun, wenn es einem nicht gelingt, den Boden zu verfehlen.

Den meisten Leuten gelingt es nicht, ihn zu verfehlen, und wenn sie es dann erst recht versuchen, besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass es ihnen mit ziemlicher Wucht nicht gelingt, ihn zu verfehlen. Zweifellos ist es dieser zweite Teil, nämlich das Verfehlen, der Schwierigkeiten bereitet. Das eine Problem ist, dass man den Boden zufällig verfehlen muss. Es hat keinen Zweck, sich bewusst vorzunehmen, den Boden zu verfehlen, denn das schafft man nicht. Man muss sich plötzlich von irgendwas ablenken lassen, wenn man auf halbem Wege ist, so dass man nicht mehr über das Fallen nachdenkt oder über den Boden oder darüber, wie weh es tun wird, wenn es einem nicht gelingt, ihn zu verfehlen. Es ist bekanntlich äußerst schwierig, die Aufmerksamkeit während des Sekundenbruchteils, den man zur Verfügung hat, von diesen drei Dingen abzulenken. Daher das Scheitern der meisten Leute und schließlich ihre Ernüchterung über diesen so anregenden und ausgefallenen Sport.

Wenn man jedoch das große Glück hat, im entscheidenden Augenblick ganz kurz abgelenkt zu werden, sagen wir mal durch ein prachtvolles Paar Beine (Fühler, Scheinfüßchen – je nach Gattung und/oder persönlicher Neigung) oder durch eine Bombe, die in der Nähe explodiert, oder dadurch, dass man plötzlich auf einem nahegelegenen Ast eine äußerst seltene Käferart krabbeln sieht, dann wird man in seiner Verwunderung den Boden total verfehlen und nur wenige Zentimeter über ihm in einer Weise schweben bleiben, die vielleicht ein ganz klein bisschen dämlich wirken könnte. Das ist der Moment höchster und heikelster Konzentration.
Lass dich treiben und schwebe, schwebe und lass dich treiben. Unterlasse alles Nachdenken darüber, wie schwer du eigentlich bist, und lasse dich einfach etwas höher tragen. Hör nicht drauf, was in dem Moment die Leute zu dir sagen, denn höchstwahrscheinlich sagen sie nichts Hilfreiches. Höchstwahrscheinlich sagen sie irgend etwas Ähnliches wie: „Du großer Gott, du kannst doch unmöglich fliegen!“ Es ist ungeheuer wichtig, ihnen keinen Glauben zu schenken, oder aber sie haben augenblicklich recht. Lass dich höher und höher tragen.
Versuche ein paar Sturzflüge, ganz vorsichtig zuerst, dann schwebe über die Baumkronen weg und atme gleichmäßig.

WINKE NIEMANDEM ZU.

Wenn man das ein paar mal gemacht hat, wird man entdecken, dass der Augenblick der Ablenkung rasch immer leichter zu erreichen ist. Dann wird man alles lernen, was man zur Kontrolle des Fluges, der Geschwindigkeit, der Manövrierfähigkeit braucht, und der Trick besteht normalerweise darin, dass man nicht zu heftig darüber nachdenkt, was man machen will, sondern dass man es einfach geschehen lässt, als geschehe es sowieso. Man wird auch lernen, wie man richtig landet, das ist etwas, was man beim ersten Versuch ziemlich sicher durcheinanderbringt, und zwar gründlich. Es gibt private Flugvereine, denen man beitreten kann und die einem helfen, den überaus wichtigen Moment der Ablenkung zu erwischen. Sie heuern Leute mit frappierenden Körpern oder Meinungen an, die im kritischen Augenblick hinter irgendwelchen Büschen hervorgestürmt kommen und sie einem zeigen und/oder
auseinandersetzen. Nur wenige echte Hitchhiker werden in der Lage sein, in so einen Verein einzutreten, aber einige werden dort vielleicht mal einen Aushilfsjob bekommen“, soweit das Zitat.

Einmal Rupert und zurück

Den Grebuloniern ist ein blödes Missgeschick passiert… ihr Raumschiff wurde von einem Meteor getroffen und schwer demoliert. Das wäre ja nicht sonderlich tragisch, interstellare Raumschiffe macht das nicht besonders viel aus, aber der Klumpen traf ausgerechnet den Sensor, der anzeigen soll, dass ein Meteor eingeschlagen hat. Durch das nun langsam sich entwickelnde Chaos an Bord, wird irrtümlich auch noch der Zentralrechner, in dem die Persönlichkeitsmuster aller im Schiff befindlichen Grebulonier (sie befinden sich in einer Art Tiefschlaf um die ewiglange Reise überstehen zu können) gespeichert sind, über Bord geworfen. Außerdem war darin auch noch der eigentliche Zweck des Unternehmens gespeichert…

Zufälligerweise passierte das alles in unserem Sonnensystem – und als alle aufgewacht waren, wusste weder jemand wer sie, noch zu welchem Zweck sie unterwegs waren. Sie wussten nur, dass sie etwas beobachten sollten. Also ließen sie sich auf Ruppert nieder… dem Planeten hinter dem Pluto (den unsere Wissenschaftler nur vermuten, aber bis auf den heutigen Tag noch nicht entdecken konnten). Mangels anderer Alternativen, beobachteten sie also die Erde… und holen eines Tages Arturs Freundin, die als Journalistin arbeitet.

Artur und Ford haben aber schon wieder eine andere mehr oder minder unfreiwillige Mission, in deren Verlauf sie Elvis treffen, der ihnen in einem galaktischen Rasthaus, für ein Trinkgeld in Höhe des Gegenwertes der Schweiz, ein Lied singt… oder war das in einem anderen Buch? Macht nix… jedenfalls in einem der fünf. Apropos Fünf… Es wird Zeit, dass ich auch mal den zweiten Hauptakteur vorstelle: Ford Perfect. Ford Prefects eigentlicher Name ist nur in einem obskuren beteigeuzischen Dialekt auszusprechen, der seit der Großen Hrung-Katastrophe im Gal./Sid./Jahr 03758 praktisch ausgestorben ist. Durch diese Katastrophe wurden auf Beteigeuze Sieben alle alten Praxibetel-Siedlungen vernichtet. Fords Vater war der einzige Mensch auf dem ganzen Planeten, der aufgrund eines merkwürdigen Zufalls, den er nie zufriedenstellend zu erklären mochte, die Große Hrung-Explosions-Katastrophe überlebte. Überhaupt umgibt den ganzen Vorgang ein tiefes Geheimnis: denn in Wirklichkeit wusste niemand, was ein Hrung ist, noch, warum er ausgerechnet auf Beteigeuze Sieben explodieren musste. Fords Vater, der jeden Schatten eines Verdachts, der unvermeidlich auf ihn fallen musste, mit einer großzügigen Handbewegung abtat, wohnte später auf Beteigeuze Fünf, wo er Ford ein liebevoller Vater und Onkel war. Zur Erinnerung an seine inzwischen ausgestorbene Rasse taufte er ihn in der alten Praxibetel-Sprache. Da Ford nie lernte, seinen eigentlichen Namen auszusprechen, starb sein Vater kurz darauf vor Scham, die in einigen Teilen der Galaxis noch heute eine tödliche Krankheit ist. Die anderen Kinder in der Schule gaben im den Spitznamen Ix, was in der Sprache von Beteigeuze Fünf bedeutet: ‚Der Junge, der nicht zufriedenstellend zu erklären vermag, was ein Hrung ist, noch, warum er ausgerechnet auf Beteigeuze Sieben explodieren musste‘.

Ford kam die Erde, ca. 15 Jahre bevor sie einer Hyperraumumgehungsstrasse weichen musste. Er hatte sich große Mühe gegeben, sich in die Erdengesellschaft einzugliedern – mit einigem Erfolg, das muss man sagen. Er hatte sich zum Beispiel diese fünfzehn Jahre als arbeitsloser Schauspieler ausgegeben, was ziemlich plausibel klang.

So den ganzen Rest behalte ich für mich. Viel Spaß.

Wilfried John

Anhalter durch die Galaxis – Trilogie in fünf Teilen
Douglas Adams
Sammelband
1102 Seiten – Taschenbuch
Verlag: Heyne – von 2001
ISBN: 3-4532-0961-3
10,- €