Eduardo Galeano „Wandelnde Worte“

Wandelnde Worte
Eduardo Galeano
331 Seiten – Gebundenes Buch
Verlag: Limes Verlag – aus April 1999
ISBN-10: 3-8090-2417-1
24,80 €uro
Antiquarisch billiger

Pro:
Ein bezauberndes, anregendes und wunderschön gestaltetes Buch .
Kontra:
Die Holzschnitte von José F .  Borges wurden vom Verlag kaum gewürdigt…
Fenster nach Süden…
Fenster. Die Lesenden dieser Zeilen (wahrscheinlich allesamt Mitteleuropäerinnen und Mitteleuropäer), werden intuitiv wissen, was darunter zu verstehen ist. Etliche weniger, werden vielleicht sogar die Definition des so bezeichneten Gebäudeelements kennen, nach der ein Fenster eine spezielle Vorrichtung in Gebäuden ist, die reproduzierbar geschlossen und wieder geöffnet werden kann, um Licht ins Gebäude zu lassen und dessen Räume zu belüften. Und noch weniger wissen, dass dieses einfache Wort wahrscheinlich etruskische Wurzeln hat (was eigentlich auch bedeutungslos wäre, wenn wir uns nicht immer als “der Nabel der Welt“ sehen würden und nicht registrieren, dass andere Kulturen viel für uns getan haben).

Darüber hinaus steht die Bezeichnung „Fenster“ für Gegenstände, Gebilde oder abstrakte Begriffe, die an die primäre Bedeutung des Wortes in irgendeiner Weise angelehnt sind und wiederum den hier Lesenden sehr bekannt sein werden, ohne dass sich die meisten darüber wundern. In weiten Teilen der Welt und bei Milliarden von Menschen, ist der Begriff Fenster – im Zusammenhang mit einem Computer – völlig unbekannt, da diese Menschen weder im Besitz eines solchen Gerätes sind, noch über die entsprechende Bildung verfügen. Man kann ihnen noch nicht einmal, z.B. in einem Schreiben, unser Bedauern darüber zum Ausdruck bringen, da man im „Fenster“ eines Briefkuverts keine Adresse eintragen kann, da diese Menschen keine Adresse haben.
In den verschiedensten naturwissenschaftlichen Disziplinen wird dieser Begriff natürlich auch verwendet… was nur nebensächlich und der Vollständigkeit halber erwähnt werden und nicht als Geringschätzung eben jener Disziplinen (z.B. Physik, Geologie oder Medizin) verstanden werden soll. Ich persönlich finde Fenster einfach toll… weil sie nicht nur Licht und Luft herein, sondern auch Blicke heraus lassen; Ausblicke eben. Fenster dienen somit auch der Befriedigung unseres Bedürfnisses nach Erkenntnis, die eben nun mal Wahrnehmung voraus setzt. Somit steht für mich das Fenster für Möglichkeiten, für Ermunterung, für Aufforderung zur geistigen Auseinandersetzung mit meiner Umwelt.
Ein weiterer Begriff, der an die Primärbedeutung des Wortes angelehnt ist, lautet Zeit-Fenster. Diesen Begriff kann man in drei Dimensionen verwenden: Als Fenster, in die Zeit von weit zurück liegenden Ereignissen; als ein bestimmter Zeitraum, in dem bestimmte Aktionen möglich sind oder als ein bestimmter Zeitraum, in dem Utopien verwirklicht werden könnten. Aber ganz gleich wie auch immer wir den Begriff deuten wollen… die Deutungen stehen immer in Verbindung mit Geschichte; im historischen oder persönlichen Sinne. An dieser Stelle meiner Überlegungen angekommen, wird es Zeit, an einen Mann und sein Werk zu erinnern, dessen Zeitfenster für immer geschlossen ist: Eduardo Galeano.

Ich möchte mit der Besprechung seines Buch „Wandelnde Worte“ jenem großartigen Journalisten, Schriftsteller, Historiker, Kulturkritiker, Sozialisten, Aktivisten… an jenen wunderbaren Menschen gedenken, der nun nur noch in seinen Werken, und unseren Erinnerungen an ihn, bei uns sein kann. Er erlag am 13. April 2015, im Alter von 74 Jahren, in Montevideo einem Krebsleiden. Mit ihm verliert (nicht nur) Lateinamerika einen seiner bedeutendsten Autoren und Publizisten, sondern es verlieren die weltweit aktiven Globalisierungskritiker eine ihrer prominentesten und deutlichsten Stimmen. Mithin verliert die internationale Linke einen bedeutenden Mitstreiter. Während sein Tod hierzulande (fast) unbemerkt blieb, erschütterte er ganz Lateinamerika. Er war das Fenster nach Süden…

In seiner Heimat Montevideo/Uruguay hat man ihn mit einer Trauerfeier im Parlament (!) gewürdigt. Uruguays Präsident Tabare Vazquez lobte Galeano mit den Worten: „Er hat ausdrücklich Dinge angesprochen, die im vielseitigen Lateinamerika schief laufen. Er war ein Gladiator, der denen eine Stimme gegeben hat, die nichts zu sagen haben.” Und die kolumbianische Menschenrechtsaktivistin Piedad Córdoba fügte hinzu: „Die Armen der Welt haben einen ihrer großen Verteidiger verloren.“ Und ich möchte persönlich betonen, dass ich einen Menschen verloren habe, der mir – wie kaum ein anderer – viele Perspektiven eröffnete, der mir half mich zu entwickeln… mit dem ich – wie mit kaum einem anderen – übereinstimmte.
Ich möchte diese Besprechung als Nachruf auf einen Menschen verstanden wissen, der als Poet klarer sprach als viele Politiker, der als Schriftsteller präziser schrieb als sehr viele Historiker, der als Publizist immer mit dem Herzen veröffentlichte. Eduardo Galeano sagte zu dem Buch, um das es hier gehen soll: „Ich erzähle Geschichten voll Schrecken und Staunen, … von rauschhaft Erlebtem und erlebtem Rausch, von wandelnden Worten, die ich gefunden – oder die mich gefunden haben. Ich erzähle, was man mir erzählt hat, und dieses Buch wird geboren.“ Mit diesen Worten wird für dieses Buch geworben, aber sie könnten auch für den Großteil des Gesamtwerkes Galeanos stehen.
Zu einer Würdigung gehören natürlich ein paar biographische Bemerkungen. Eduardo Germán María Hughes Galeano wurde am 3. September 1940 in Montevideo/Uruguay in eine streng katholischen Einwandererfamilie (mit italienischen, spanischen, deutschen und walisischen Wurzeln) hinein geboren. Seine Familie gehörte der (damals noch existierenden) Mittelschicht an. Sein Vater war Edward Hughes Roosen und seine Mutter war Esther Galeano Licia Muñoz, deren Namen er für seinen Künstlernamen Eduaerdo Galeano (kurz EG) verwendete.
Seine Kindheit muss nicht einfach gewesen sein, zumal er scheinbar schon immer ein kritischer Geist gewesen ist und die Verhältnisse (Einwanderer, 2.Weltkrieg…) auch nicht nur positiv gewesen sind. In seiner Jugend war er zunächst ein Suchender der sich mit Gelegenheitsjobs seinen Lebensunterhalt verdienen musste. Er jobbte als Fabrikarbeiter, Kleinhändler, Schreibkraft und Zeichner und mit 14 Jahren verkaufte er seine ersten politischen Karikaturen an die Wochenzeitung der Sozialistischen Partei „El Sol“. Das stellte offensichtlich seine berufliche Laufbahn in Richtung Journalismus.
EG begann dann in den 1960er-Jahren als Journalist und Herausgeber der Zeitschrift „Marcha“ und schließlich als Direktor der Tageszeitung „Epoca“ zu arbeiten. Nach jahrelanger autoritärer Innenpolitik in Uruguay und Auseinandersetzungen um soziale Gerechtigkeit, nach Kämpfen der linken Partisanengruppe „Tupamaros“, mit denen EG sympathisierte, putschte in Uruguay 1973 das Militär; EG wurde zwar verhaftet, konnte aber das Land verlassen. Zunächst lebte er in Argentinien, wo er ein Kulturmagazin namens „Crisis“ herausbrachte… und wieder wurde er dadurch zur Zielscheibe der Mächtigen. Als sich die Militärs um General Rafael Videla 1976 an die Macht putschten und EG auf der „schwarzen Liste“ der Todesschwadronen stand, floh er weiter nach Spanien.
Fast 10 Jahre musste EG in Spanien bleiben; in der ganzen Zeit aber, erarbeitete er sich den Ruf eines unabhängigen Journalisten und Publizisten, der dem ungehemmten, ausbeuterischen Wirtschaftsliberalismus eben nicht das Wort redet und ihm, im Gegenteil dazu, unerschütterlich einen sozialistischen Gegenentwurf vorhielt. Nach dem Ende der Diktatur in seiner Heimat, kehrte EG 1985 nach Uruguay zurück und gründete gemeinsam mit Mario Benedetti (auch hier bei Ciao vorgestellt), Hugo Alvaro und anderen Kollegen die Wochenzeitung „Brecha“, wo er zuletzt noch im Beraterkreis mitarbeitete. In den folgenden Jahren engagierte er sich in der Nationalen Kommission für ein Referendum zur Abschaffung des 1986 verabschiedeten Gesetzes, mit dem die Verbrechen der Diktatur in Uruguay weitgehend straffrei bleiben sollten. EG unterstützte das Mitte-links-Bündnis Frente Amplio in den Wahlkämpfen seit 2004.
Das Werk von EG, das in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurde, umfasst zahlreiche weltberühmte Titel. International bekannt wurde er zweifellos mit „Die offenen Adern Lateinamerikas: die Geschichte eines Kontinents“ aus 1971 (auch hier bei Ciao vorgestellt). Dieses Buch überreichte der damalige Präsident Venezuelas, Hugo Chávez (1954-2013), beim Amerika-Gipfel 2009 in Trinidad an US-Präsident Barack Obama, damit dieser die Geschichte der Ausplünderung Lateinamerikas durch Europa und die USA seit der Kolonisierung begreife. Das bereits antiquarische Buch stieg daraufhin in einem bis dahin einmaligen Vorgang erneut in die internationalen Bestsellerlisten auf.
Sein zweites Hauptwerk ist der, im Original als Trilogie erschiene, Titel „Erinnerung an das Feuer“ (1982−1986); EG schrieb das Werk während seines Exils in Spanien. Erst kürzlich wurde es vom Unionsverlag, zusammengefasst in einem 1200 Seiten-Band, erneut heraus gebracht (auch hier bei Ciao vorgestellt). Weitere, hier bei Ciao besprochene, berühmte Titel sind: „Die Zeit spricht“, „Das Buch der Umarmungen“, „Kinder der Tage“ oder „Die Füße nach oben“. Alle diese Bücher behandeln die historische Geschichte der Ausbeutung der Menschen durch einen seit Jahrhunderten entfesselten Kapitalismus. Mithin handelt es sich hier um Geschichtsschreibung „von unten“, mittels Geschichten der „kleinen Leute“. Die etwas unbekanntere Seite des Autors bildet seine Leidenschaft für den Fußball. Dieser Leidenschaft huldigt er in seinem Werk „Der Ball ist rund und Tore lauern überall“.
EG wurde in einzelnen Titeln und für sein Gesamtwerk vielfach ausgezeichnet; 2010 erhielt er den Award Stig Dagerman, einer der renommiertesten Literaturpreise Schwedens, der für Verdienste um die Meinungsfreiheit, durch die Förderung des interkulturellen Verständnisses, vergeben wird. EG wurde gewürdigt, weil er „unerschütterlich die Lage der Verdammten“ mit den Mitteln der Poesie, des Journalismus, der Prosa und des Aktivismus vertrat. 2011 erhielt er für sein Lebenswerk den international bedeutsamen Casa de las Américas-Preis. EG erhielt die Ehrendoktorwürde der Universitäten von Havanna, El Salador, Veracruz/Mexiko, Guadalajara/Mexiko, sowie die Ehrendoktorwürde der Universidad Nacional de Córdoba /Argentinien. Er starb am 13. April 2015 um 8:20 (GMT -3).

Der Untertitel von „Wandelnde Worte“ lautet „von Träumen, Maismenschen und Erzengeln“. Das deutet an, dass es sich inhaltlich von den oben erwähnten Titeln abhebt. Hier ist nicht der kritische Geschichtsschreiber am Werk, sondern der Geschichtenerzähler, der uns ein Buch voller Mythen und Märchen schenkt, der die Phantasie der Lesenden anregt. Zudem ist dieses Buch kunstvoll illustriert… mit Holzschnitten des Brasilianers José Francisco Borges, der die aussterbende Kunst des „Cordel“, eine alte Tradition der Volksbücher, noch beherrscht und die ihn als Holzschnitzer und Poeten berühmt machte. Von der ersten bis zur letzten Seite begleiten seine Bilder ergänzend und bereichernd die Geschichten und lockern das Buch optisch auf. Schon allein das äußere Erscheinungsbild verleiht den Lesenden das Gefühl, etwas Besonderes und liebevoll Gestaltetes in den Händen zu halten.

Mit dem Buch hat EG ein Werk geschaffen, das seine kreative und eloquente Ausdruckskraft in wunderbarer Weise darstellt und das seines Gleichen sucht; was nicht zuletzt auch an den graphischen Vignetten liegt, die nicht genug gewürdigt werden können. In diesem Werk verarbeitet EG (zugegebenermaßen in bekannter Manier) sowohl die überlieferten farbenreichen und phantasievollen Geschichten und Mythen der Indigenen Völker einerseits, als auch seine eigenen Erfahrungen und Gedanken andererseits; in diesen Bereichen ist er mir sehr vertraut… insofern er sich sehr persönlich einbringt.
Das Buch, mithin all die darin enthaltenen Geschichten, deren Handlungsorte in allen Landschaften des lateinamerikanischen Kontinents liegen mögen, greift die einfachsten und wahrscheinlich ältesten Themen der Menschheit auf: Liebe und Hass, Himmel und Hölle, Glaube und Gewissheit und – natürlich – das Leben all der anderen Menschen, ohne die wir – so oder so – nicht sein können. Einfache Parabeln wechseln sich mit Fabeln ab, schlichte Märchen mit hintergründigen Gedankenspielen. EG entfaltet in seinen symbolhaften und bilderreichen Beschreibungen, eine grenzenlose, phantasievolle Welt.
Im Wesentlichen finden wir in diesem Buch zwei Ebenen, die sich – wie selbstverständlich nebeneinander existierend – wundervoll ergänzen; ganz so, als sei die Rezeption des Werkes schon eine Botschaft: Realität und Phantasie machen zusammen diese Welt. Schon allein die 34 Kurzgeschichten für sich genommen sind sehr unterhaltsam und lesenswert. In ihnen schimmert die Klugheit einfacher Leute, die Erfahrung alter Kulturen und der Lebenswitz jener Menschen durch, die sich – um zu überleben – immer gegen Stärkere haben behaupten müssen.
Aber erst durch die, oft nur wenige Zeilen umfassenden, Texte der sog. „Fenster“, wird das Buch zum literarischen Kunstwerk. Diese „Fenster“ eröffnen den Lesenden Ausblicke und Ansichten zu Dingen, Wesen oder Begrifen; freilich durch die Augen des Autors gesehen und durch sein Denken gefiltert. Formuliert aber wurden diese Texte jedoch von Indigenen, Kariben oder irgendwelchen Leuten eben – oft vom Autor selbst. Um ein Beispiel zu geben: „Das Fenster zu den Verboten. In einer Kneipe von Madrid hängt ein Schild an der Wand, und darauf steht: Singen verboten. Am Flughafen von Rio de Janeiro hängt ein Schild, auf dem steht: Das Spielen mit Gepäckwagen ist verboten. Das heißt: Es gibt noch Menschen, die singen, es gibt noch Menschen, die spielen.“
Ich persönlich bin sehr froh, dass ich vor über 40Jahren EG habe kennen lernen können. Seit dieser Zeit begleitet er mich mit seinen Büchern, seinen Analysen, seinem unverwechselbaren Blick auf die Geschichte. Ich kann mit Fug und Recht davon sprechen, dass ich diesem Mann aus Montevideo viel zu verdanken habe und in meinem Leben kaum ein anderer Mensch so viel für meine persönliche, politische und intellektuelle Entwicklung beigetragen hat. Und so war die Nachricht von seinem Tod in ersten Moment sehr schmerzlich, so dass ich ein wenig Zeit vergehen lassen musste, bis ich diese Würdigung schreiben konnte.
Nun freut es mich irgendwie, dass ich eine Besprechung der „Wandelnden Worte“ – zugunsten seiner politischen und kulturkritischen Werke – immer zurück gestellt habe. Das eröffnet mir nun die Möglichkeit, den Lesenden dieses wunderbare Buch vorstellen zu können, das seinen Autor von einer viel persönlicheren Seite zeigt und uns damit die Gelegenheit gibt, den Menschen hinter den Buchstaben zu erkennen. Darüber hinaus (ganz ohne persönliche Bezüge zu EG), ist dieses Buch auch für jene Menschen bemerkenswert, die einfach gerne Unterhaltsames lesen mögen.
Wer sich phantasievoll, klug und kurzweilig anspruchsvoll unterhalten möchte, hält mit dieser Ausgabe obendrein auch noch ein wunderschön gemachtes Buch in Händen. Ich möchte dem verantwortlichen Verlag (was ich selten machen) ein großes Lob aussprechen, denn der Verlag Limes hat das Buch der Bedeutung gemäß ausgestattet…besonders, dass man nicht auf die Illustrationen des brasilianischen Künstlers José F. Borges verzichtet hat, macht aus dieser Ausgabe ein bibliophiles Schmuckstück.
Diese Sammlung von Erzählungen kommt so leicht und locker daher, dass man den Eindruck von unbändiger Lebensfreude gewinnt. Die Texte sind leicht, humoristisch-ironische und manchmal (typisch lateinamerikanisch) surrealistisch, dass es auch eine Lesefreude ist, in ihnen zu schwelgen. Die Mischung aus augenzwinkernder Ernsthaftigkeit und tiefempfundener Lebenslust, kombiniert mit meinst kurzen Texten, lässt mich immer wieder einmal zu diesem Buch greifen; auch wenn einmal nur wenig Zeit ist. Wenn ich meiner Phantasie mal wieder Ausgang gebe und ihr freien Lauf lassen will, nehme ich dieses Buch zur Hand… es verschafft mir Genuss und ist ein außergewöhnliches Stück Literatur.
Eduardo Galeano war, neben all dem was ich weiter oben aufzählte, auch ein Utopist und ich bin sicher, dass es ihm gefallen hätte, dass ich diese Besprechung schließe, in dem ich ein Fenster aus seinem Buch öffne: Das Fenster zur Utopie. „Sie ist am Horizont‘, sagt Fernando Birri. „Ich mache zwei Schritte auf sie zu, sie entfernt sich zwei Schritte. Ich gehe zehn Schritte, und der Horizont rückt zehn Schritte von mir ab. Und wenn ich noch so weit gehe, ich werde sie nie erreichen. Wozu taugt die Utopie? Dazu taugt sie: damit wir gehen.“

Wilfried John