Jorge Volpi – Der Würgeengel

Nach wessen Plan leben wir

Pro: Verquickung von Realität und Fiktion und enorm spannungsgeladen

Contra: Schlechte Titelwahl des deutschen Verlages


Ein wichtiges Moment in meinem Leben, das zu erreichen ich mir seit frühester Jugend wünschte und wofür ich viel Kraft und Nachdenken einsetzte, wofür ich auch viele Unannehmlichkeiten in kauf zu nehmen war (und immer noch bin) , ist die Selbstbestimmung… die Individualität… das Recht auf eigene Meinung und die Freiheit des Wortes. Es hat viele Jahre gedauert bis ich merkte, dass Selbstbestimmung und Individualität sehr abstrakte Begriffe sind und die eigene Meinung, und somit die Freiheit des Wortes, überhaupt nur sehr bedingt möglich ist.

Es hat wirklich sehr lange Wege (Irrwege und  Umwege) bedurft, bis ich auf den Gedanken stieß, dass kein Mensch in der Lage ist, etwas völlig Neues nur aus sich selbst heraus zu schöpfen. Insofern ist Individualität nur im Verhältnis zum eigenen Werdegang und unter der Berücksichtigung derjenigen Menschen zu begreifen, die uns auf dem Weg des persönlichen Werdens begleiteten und begegnen. Mit der Selbstbestimmung verhält es sich ebenso… da sie sich auf die Vorstellungen dessen bezieht, was wir wissen, was wir (von uns und der Welt) kennen und von welchem Standpunkt wir ausgehen (können).

Vordergründig ist das Recht auf die eigene Meinung und die Freiheit des Wortes (hierzulande) von der Verfassung garantiert… Doch wie sieht es denn in Wirklichkeit aus? Medien durchdringen (fast?) alle Bereiche des alltäglichen Lebens… von der Zeitung zum Frühstück, bis zur Nachtvorstellung im Kino, von den Nachrichten aus dem Radiowecker bis zum Spätnachrichten im Fernseher… Reporter, Journalisten, Redakteure berichten über alles was SIE für wichtig(?) halten. Und natürlich machen sie damit auch Meinung – und man muss sich eben bei seiner eigenen Meinung fragen, woher sie überhaupt kommt; manchmal sind mir schon Menschen begegnet, deren Meinung sich nicht einmal mit den eigenen Interessen deckte.

Darüber hinaus wirken ja noch ganz andere Kräfte… Hinter den Kulissen werden Geschäfte gemacht. Da werden Millionen Euro/Dollar in Medienprojekte investiert… und es soll doch niemand glauben, dass die Investoren nicht wüssten was sie wollen… IHRE Meinung und IHRE Interessen SIND deckungsgleich. So wird es keinen großen, weltweit gezeigten Film geben, der nicht die Interessen seiner Geldgeber verherrlicht, keine große kommerzielle Nachrichtenagentur wird Nachrichten veröffentlichen, die gegen die Eigentümer zielen. Und,  nehmen wir doch einfach die Medien, so entsteht langsam eine Stimmung bei den Menschen… Politiker reagieren reflexartig (weil sie wieder gewählt werden wollen) auf diese Stimmung… es werden staatliche Aufgaben im Medienbereich privatisiert… das erledigen natürlich diejenigen, die eh schon Medien kontrollieren (und die ja auch die Stimmung machten)… und so gewinnen sie an Einfluss, bis hin zu einem Grade, der nur noch mit Meinungsmanipulation beschrieben werden kann.

Am 29. Juli 2002 ist ein neues Buch erschienen (mir lag es als Rezensionsexemplar schon ein paar Wochen früher vor…) , das vordergründig eigentlich nichts mit dem Thema der Einleitung zu tun hat… aber wie ich in den vergangenen Wochen bemerken konnte, gibt es so viele Ebenen des Verstehen-Könnens in diesem Werk, dass ich sicher bin, hier eine der maßgeblichen Ebenen freigelegt zu haben. Vordergründig kommt dieses Werk als Thriller daher; und nur in diesem Zusammenhang passt mir der neuerfundene deutsche Titel, der mit dem Original soviel zu tun hat, wie die Bild-Zeitung mit seriöser Berichterstattung: „Der Würgeengel“ von Jorge Volpi. Im Original heißt das Buch „El temperamento melancólico“ und selbst für Menschen die des Spanischen nicht mächtig sind wird erkennbar, dass sowohl Autor, aber auch die Übersetzerin Susanne Lange nicht dafür verantwortlich zeichnen, die nachweislich mit Übersetzungen bekannter lateinamerikanischer Schriftsteller glänzen konnte und sogar mit einem Übersetzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Nun, Jorge Volpi ( kurz JV) wird sich bei seinem Titel etwas gedacht haben… und der Verlag hier Deutschland auch… und es wird wahrscheinlich nicht deckungsgleich sein, was die beiden dachten… denn wer JV einigermaßen kennt, wird bemerken müssen, dass es ihm nie auf Effekthascherei ankam… das hat er heute sowieso nicht mehr nötig. Zur Person zitiere ich mich am besten selbst, da ich ja, selbst wenn ich wollte, keinen neuen Lebenslauf erfinden kann: Jorge Volpis ist ein Schriftsteller der jungen lateinamerikanischen Generation, der 1968 in Mexiko-Stadt geboren wurde. Leider konnte ich nichts weiter über seinen Lebenslauf und seine Lebensumstände in Erfahrung bringen, als aus der Vorankündigung seines neuen Romans hervor geht… Er studierte Jura und Literaturwissenschaft an der Universidad Nacional Autónoma de México und promovierte in spanischer Philologie an der Universität von Salamanca in Spanien. Zunächst widmete er sich seiner juristischen Laufbahn und verdiente seinen Lebensunterhalt als Anwalt und später dann, 1992 – 1994, als Sekretär des mexikanischen Generalstaatsanwaltes.

Jorge Volpi genoss eine humanistisch geprägte Bildung, unter deren Einfluss er zunächst Philosoph werden wollte. Aber schon sehr früh in seiner Jugend fand er an der Lektüre großer mexikanischer Autoren wie Juan Rulfo, Carlos Fuentes (den ich kürzlich hier vorstellte) und Octavio Paz Gefallen, was ihn darin bestärkte, sich der Literatur zu widmen. So gründete er in den Jahren 1994 –1996, zusammen mit anderen jungen mexikanischen Autoren die literarische Gruppe „Crack“, deren Ziel es sein sollte, zu den literarischen Wurzeln der 68- Generation zurück zu kehren. In diesem Zusammenhang sind natürlich nicht die „europäischen 68er“gemeint, sondern die Autoren des lateinamerikanischen Literatur-Booms, zu denen untrennbar Namen wie Marquez, Cortázar, Carpentier oder auch Amado gehören (auch sie sind unter meinen Besprechungen hier vertreten). Die Gruppe „Crack“ schrieb sich auf die Fahnen, Romane von komplexer Struktur zu schaffen, die aber dennoch das weiter tragen sollten, was ihre Vorbilder als Ziel beschrieben haben, nämlich so etwas wie die Komplizenschaft mit den Leserinnen und Lesern. „Crack“ wendet sich einerseits gegen den us-amerikanischen Neorealismus und andererseits gegen die Nachahmer des sog. Magischen Realismus, welchen ihre Vorbilder ja begründet hatten.

Volpi, als eines der maßgeblichen Mitglieder der Gruppe “Crack“ schrieb bisher sowohl Essays als auch Romane und beabsichtigte, nach eigenen Aussagen, mit seinem Roman „Das Klingsor-Paradox“, beide Gattungen zu vereinen. Wie Cortázar beispielsweise, aber auch andere zeitgenössische Autoren, tritt er für die Auflösung der in der klassischen Literatur gebräuchlichen Genregrenzen ein. Für sein Werk wurde er in Spanien, wo er von 1996 bis 2001 lebte, mit dem Premio Bilioteca Breve ausgezeichnet. Heute ist Jorge Volpi, neben seinem literarischen Schaffen, als Kulturattaché Mexikos in Paris tätig.

JV neuer Roman, respektive dessen nunmehr ins Deutsche übertragene Fassung, dessen Original schon 1996 erschien, handelt von den Medien im übertragenen Sinne. Genauer… es geht um ein Filmprojekt, das ein todkranker Regisseur – der nur noch wenige Monate zu leben hat – noch verwirklichen will. Der Plot ist schnell erzählt: Der genannte Regisseur ist bereits eine der sog lebenden Legenden. Schon in der DDR (fiktiv erstammt aus Leipzig) hat er bedeutende Filme gemacht, gehörte später zur Elite des Neuen Deutschen Film, arbeitet mit Herzog, Fassbinder u.a. zusammen und sogar in Hollywood war er erfolgreich. Nun aber hat er seit über drei Jahrzehnten keinen Film mehr gemacht.

Offensichtlich hat er mit sich und der Welt noch eine Rechnung offen (?), oder er will der Öffentlichkeit noch einmal etwas bieten… manchmal fällt auch beides zusammen. Jedenfalls will er seinen letzten großen Film schaffen, der „Das Weltgericht“ heißen soll. Sein Kameramann Thomas Braunstein, mit dem er schon immer zusammen gearbeitet hat, sagt in einem Casting-Gespräch zu einer Schauspielerin über die Bedeutung dieses Werkes, dass man sich nur vorstellen müsse, der große Juan Rulfo hätte kurz vor seinem Tod noch einen Roman veröffentlicht… wobei man natürlich wissen muss, dass das ganze in Mexiko spielt, ausschließlich mit mexikanischen Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt wird und der Schriftsteller Juan Rulfo dort eine Autoren-Ikone ist, die im mexikanischen Volk schon fast Heiligen-Status erreicht hat.

Auf seiner Hazienda versammelt der greise Filmer (Geburtsjahr 1912) eine Schar sorgfältig ausgewählter Schauspielerinnen und Schauspieler, die allesamt Laien, im Sinne von zum ersten mal bei einem Spielfilm eingesetzt, sind. Es gibt aber, zur völligen Überraschung aller Akteure keinerlei Drehbuch… und der Regisseur hat diese Leute auch nicht wegen einer mimischen Begabung, sondern wegen bestimmter Charaktereigenschaften ausgesucht. Zur Verwirklichung dieses Projekts, dessen Hintergründe niemals ganz offenbar werden und dessen zynische Dimension sich nur nach und nach zeigt, verteilt Gruber die Rollen und… lässt sie damit alleine. Sehr geschickt spielt JV verschiedene Ebenen gegen einander aus. So melden sich real existierende Personen, wie z.B. der französische Regisseur Claude Chabrol zu Wort, um über die fiktive Gestalt des Carl Gustav Gruber in Form eines Interviews zu reden… und mir hat allein die Erwähnung des namens Claude Chabrol angezeigt, dass es sich bei dem Text den ich gerade lese, vielleicht um einen genialen Krimi handeln könnte.

Im angesprochenen Interview erzählt dieser Regisseur, wie er sich sein Schaffen und die Rollen von Autoren, Schauspielern, Regisseuren und Technikern einerseits… und Publikum, Kritik und Kinowelt andererseits vorstellt. Es wird offenbar, dass er versucht, sich wie ein gottgleiches Wesen der Menschen zu bemächtigen… sie zu manipulieren und es kommen mir Reportagen über zeitgenössische Regisseure in den Sinn, in denen ebenfalls über Überheblichkeit, Arroganz und Anmaßung geredet wurde… in denen ebenfalls berichtet wurde, wie diese Herrn mit Menschen (z.B. ihren Schauspielern) umgehen… und wie sie ihr Werk als Kunstwerk verkaufen, es aber eigentlich doch auf der Ausbeutung der Kreativität anderer beruht.

In sieben Büchern (Kapiteln…) wird dieses fiktive Geschichte, bei der ich immer das Gefühl hatte sie zu kennen, sie von irgendwem schon einmal erzählt bekommen zu haben, aufgerollt. Wenn ich mich recht erinnere, gab es in den Sechziger oder Siebziger Jahren des letzten Jahrhundert bereits einen Film, in dem diese Situation in etwa verfilmt worden ist… und wenn ich mich nochmals recht erinnere, dann war dieser Film von Luis Bonuel. Wie dem auch sei, der Aufbau dieses Romans… und wir dürfen bei diesem faszinierenden Werk von JV nie vergessen, dass sie eben um einen Roman handelt… gleicht einer Chronik der Ereignisse, vom beginn an werden verschiedene Erzählstränge entworfen und sozusagen literarisch aufgezeichnet, bis sie an den entsprechend passenden Stellen mit einander verknüpft werden.

In ersten Buch werden Biographien der Hauptpersonen angeboten… hier erfahren wir etwas über den Regisseur und seinen Kameramann… und zwar so „authentisch“ geschrieben, dass ich doch wirklich annehmen musste, es handelte sich um Personen der (Film-)Geschichte. Nun, ich bin leider kein genügend kompetenter Cineast, als dass ich die bestimmt vorhandenen Anleihen identifizieren kann, aber ich kann mich immer an den „Roman halten“ und an ihm meine Positionen reiben… kann an ihm sozusagen die versteckte Kritik an dieser überheizten Filmindustrie, an diesen überkandidelten Promis und an der Debatte über das was da bitte Kunst sei erkennen.

Im zweiten Buch geht es um das bereits angesprochene Interview mit Claude Chabrol… bis hier hin scheint der ganze Roman noch in der Schwebe, alles noch in Vorbereitung… und es wird spannend; besonders dann, wenn man sich langsam vorzustellen beginnt, was dieser Kotzbrocken von Regisseur mit seinen Leuten anstellen wird.

Im dritten Buch gleicht JV einem Maler, der beginnt, seine – von ihm für eine neues Bild zu verwendenden – Farben auf die Palette aufzutragen, die Leinwand zu richten, die Skizze bereit zu legen und schlussendlich mit dem ersten Pinselstrich den Prozess der Entstehung des Bildes zu beginnen.

Das vierte Buch besteht nur aus wenigen Seiten… einem Auszug aus dem Tagebuch seiner ersten Frau, die in einem Sanatorium in der Schweiz verstorben ist. Dass es JV gerade an dieser Stelle einfügte, ist ein weiteres Anziehen der Spannungs-Schraube, denn erneut wird der Regisseur angeklagt… in seinem verwerflichen Tun skizziert und für schuldig geistigen  am Zustand der Sterbenden erklärt.

Wenn ich im dritten Buch die Metapher des Maler am Beginn seiner Arbeit verwendete, so muss ich im fünften Buch diese Metapher fortschreiben und ihn mitten in seiner Arbeit darstellen. Auf der Hazienda kommen die Prozesse ins fließen, die letztlich in einer einzigen Katastrophe enden sollen.

Diese Katastrophe wird im sechsten Buch in Szenen angedeutet, „die nie gefilmt werden“. Hier werden die Verstrickungen und Manipulationen in denen sich die Darsteller nun schon befinden… in die sie nach und nach hinein gedrängt worden sind… skizziert  – und sie werden sozusagen als unumkehrbar beschrieben. Zuviel wurde schon von diesem berühmten Filmregisseur angenommen… zu viel Ehrfurcht wurde ihm schon entgegen gebracht… zuviel Achtung wurde dem Mythos um diesen Mann entgegen gebracht, als dass man sich vor der dunklen Seite dieser, mit überragender Intelligenz ausgestatteten Bestie hätte hüten können.

Hier geht es um die Liebe… aber so wie es sich dieser zynische Mensch es denkt. Er zitiert einen Satz: „Je mehr sich die Menschen lieben, desto mehr quälen sie sich.“ Er nennt das zwar entsetzlich, aber meint gleich das Ganze steigernd: „Die Liebe bringt uns dazu, alles über den anderen wissen zu wollen, sie zerstört jede Intimität, jedes Geheimnis. Aber wenn sich die Liebenden nicht gegenseitig quälen, wie McCormack meint, stirbt die Liebe.“ Und genau das sollen die Schauspieler machen… sich einander quälen… und der Kameramann hält unerbittlich drauf. Die ursprünglichen Identitäten der Akteure sind nun schon verwicht und niemand mehr ist in der Lage, zu erkennen, was gespielt und was echt ist.

Nun kommt das siebte Buch… in dem der Film in 21 Szenen vor unserem geistigen Auge abzulaufen beginnt… in dem es kein Halten mehr gibt… in dem die Katastrophe Wirklichkeit wird… Es ist zwar nur eine fiktive Wirklichkeit, aber sie ist beängstigend… zuviel hat JV schon Anleihen an der Realität genommen und uns die Ebenen vermischt… fast schon kann man als Leserin und Leser nicht mehr unterscheiden, auf welcher Ebene man selbst ist – und hier erweißt es sich als sehr nützlich, wenn man meinen Rat befolgt hat und sich oft genug sagte, dass es sich nur um einen Roman handelt.

Was vom Buch noch zu beschreiben bleibt ist der Epilog, der in zwei Teilen von den Konsequenzen und den Schlussfolgerungen aus den verbliebenen (geistigen und körperlichen) Wunden der jungen Frau berichtet und Verantwortungen für die menschlichen Katastrophen, die durch solches Tun ausgelöst werden, zuweißt. Die Frage nach der Schuld, nicht nur desjenigen der mit seinem Tun den Prozess in gang brachte, sondern auch derjenigen, die mit ihrem Nicht-Tun die Katastrophe zuließen wird gestellt… aber nicht beantwortet.

Und genau hier gehört mein Lob hin… Mich hat diese Buch in einer Weise berührt, dass ich mich als Leser mitten in dieser Verquickung von Fiktion und Wirklichkeit fühlen konnte… mich aber dennoch nicht, um auf den Beginn dieser Besprechung zurück zu kommen, meiner eigenen Meinung beraubt zu fühlen. Es war für mich ein wirkliches Vergnügen diesen großartigen Roman zu lesen, weil ich mich immer als Beteiligter sehen konnte – aber halt auch immer auch als Beteiligter am beschriebenen Prozess… und es blieb mir überlassen, welche Schlüsse ich für mich ziehen werde.

An dieser Stelle sollte ich sagen, dass mir der Titel der Originalausgabe wesentlich besser gefällt… und, nicht von ungefähr, war er ja auch vom Autor mit Bedacht gewählt. Bei aller Kritik an den herrschenden Verhältnissen (an den gesellschaftlichen Zuständen, die so etwas wie die erzählte Geschichte möglich erscheinen lassen, im allgemeinen und in der Filmindustrie, die solche Zustände zuerst fördert und sich dann ihrer bedient, im besonderen), bei aller Dämonisierung des Romangestalt des Regisseurs, es blieb in mir das melancholische Gefühl zurück, dass wir wohl alle das Produkt unseres Werdens und der Erfahrungen unseres Lebens sind… und dass wir das nie werden ändern können, wiewohl wir aber daran arbeiten müssen, dass es niemandem zum Schaden wird.

Ich halte diesen Roman für ein aufsehenerregendes Experiment, das mit Einfachheit in der Sprache einen komplizierten gesellschaftlichen Sachverhalt hinterfragt. Wenn ich nicht schon vorher ein schlechtes bis gar kein Verhältnis zu Verherrlichung von sogenannten Stars hatte, oder nicht seit eh und je einem falschen Pathos unversöhnlich gegenüber gestanden hätte… wenn ich also nicht schon sehr lange Wege (Irrwege und Umwege) zum Ziel Individualität, Selbstbestimmung, eigene Meinung und Freiheit des Wortes gegangen wäre, dann würde ich mich spätestens nach diesem Buch auf den Weg machen.

Wilfried John

Der Würgeengel

Jorge Volpi

304 Seiten – Gebundenes Buch

Verlag: Klett-Cotta – aus 2002

ISBN: 3-6089-3065-5

19,- Euro

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