Leonardo Padua „Ein perfektes Leben“

Winter in den Tropen

Pro: Ein moderner lateinamerikanischer, gesellschaftskritischer Roman

Contra: Als Krimi gelesen, erfüllt er nicht die Erwartungen von eingefleischten Krimi-Fans



Skepsis. Seit einiger Zeit, besonders spürbar in den letzten zwei Jahren, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Menschen, mindestens meiner unmittelbaren Umgebung eine Haltung dem Leben gegenüber einnehmen, die allgemein als skeptisch beschrieben wird; viele bezeichnen sich als Skeptiker. Wenn diese Bezeichnung zuträfe, respektive wenn die angesprochene Haltung mit dem richtigen Begriff beschrieben wäre, dann hätte ich – selbst Vertreter des Skeptizismus – nicht das Mindeste einzuwenden.

Allein Zweifel und Bedenken – so die Übersetzungen des griechischen Wortes – zu haben, machen noch keinen Skeptiker. Natürlich ist ein Skeptiker grundsätzlich ein Mensch der zum Zweifel neigt, aber mit dem Bezweifeln seiner Lebensumstände und – in der Folge – des Zweifels an der Richtigkeit der daraus folgenden Entscheidungen, darf es nicht bleiben. Richtige Skeptiker üben sozusagen eine Kritik am Vertrauen… nicht grundsätzlich am Vertrauen zwischen Menschen, aber am Vertrauen darauf, dass es endgültige Problemlösungen gibt. Folgerichtig bezweifelt ein Skeptiker natürlich per se’ auch alle, als Dogmen daher kommende, Verlautbarungen jeglicher Art.

Nun, natürlich kann man eine Haltung in unterschiedlicher Intensität ausleben. Es gibt Menschen die so vollständig Skeptiker sind, dass sie an die Unmöglichkeit jedweder Wahrheitsfindung glauben und sich deswegen jeder Entscheidung enthalten. Andere wiederum versuchen die Wahrheitsfindung wenigstens für wahrscheinlich möglich zu halten. Und um meine Haltung zu beschreiben, erwähne ich meine Bemühungen, bei allen Zweifeln und der eigentlichen Zustimmung zur ersten Gruppe, Normen zu finden, die mich meine Zweifel pragmatisch leben lassen; dessen bin ich mir jedenfalls sicher, dass das Leben gelebt werden muss.

Vielleicht ist da genau der Unterschied zwischen der eher unterschwelligen Art des Zweifelns den ich bei den meisten Menschen meiner Umgebung bemerke und dem offensiven Umgang mit dem Zweifel an sich, um damit die bestehenden Verhältnisse zu verbessern und lebbar zu machen. Diese Art des Skeptizismus, der die Bezweifelbarkeit aller menschlichen Annahmen denkt, der sich auf die dogmenartigen Überzeugungen wirft und der die gesellschaftlichen Konventionen nicht als gottgegebene Norm akzeptiert, ist – ohne überheblich wirken zu wollen – Ausdruck einer gewissen Lebensweisheit, die aus gemachten Erfahrungen resultiert.

Eine dieser Erfahrungen teile ich mit einem Mann meines Alters, den persönlich kennen zulernen ich leider nie die Möglichkeit hatte, der sich allerdings zu der Zeit von einem der  wichtigsten welt- und gesellschaftspolitischen Paradigmenwechsels im letzten Jahrhundert, der Wende, inmitten seiner aktiven Schaffensphase befand. An unterschiedlichen Weltgegenden und unterschiedlichen persönlichen Positionen, mit unterschiedlichen praktischen Mitteln und mit unterschiedlichen Freiheitsgraden und möglichen Konsequenzen, arbeiteten wir an der Analyse der bestehenden Verhältnisse… immer im Zweifel, ob sich da nicht doch etwas verbessern ließe.

Nun, ich will den Namen dieses Mannes – den ich sehr schätze – nennen: Leonardo Padura. Die Weltgegend aus der er stammt ist Kuba. Leonardo Padura (LP), 1955 in Havanna geboren… mitten hinein in die Zeit des Guerilla-Kriegs der kubanischen Revolution gegen den Diktator Battista. Als die Revolution siegt, ist Padura vier Jahre alt. Eine der ersten Maßnahmen der Revolution war die Alphabethisierungs-Kampagne von 1961 und die Errichtung eines flächendeckenden, kostenlosen Schulsystems, in deren Genuss LP kommt. Er selbst gibt zu Protokoll, dass er zwar in der gesamten Schulzeit über, einen einseitigen Blick auf die Wirklichkeit beigebracht bekam, aber auch, dass er eine ausgezeichnete fachliche Ausbildung genoss.

Nach der Grundschule besuchte er die Oberstufe und erlangte die Hochschulreife. Seine ersten Schreibversuche, von denen er selbst sagt, dass sie eine schreckliche Erzählung hervor gebracht hätten, datieren schon in diese Schulzeit. Aber in der Oberstufe entdeckte er die Literatur für sich und so begann er ein Philologie-Studium, das er 1980 als diplomierter Philologe abschloss. Kurz nach seinem Abschluss, begann er als Journalist bei der berühmten Zeitschrift „El caimán barbud“. Die Arbeit gefällt ihm und er bezeichnete die Redaktion als Paradies… in dem man allerdings ständig kontrolliert und zensiert wurde. Offenbar war er nicht bereit, der Macht nach dem Munde zu schreiben und so wurde er zum Magazin „Juventud rebelde“ strafversetzt. 1989 wurde er Chefredakteur von La Gaceta de Cuba und begann Kriminalromane zu schreiben, für die er in Spanien Verleger und Anerkennung fand. LP verfasste neben seinen bekannten Krimis, literaturwissenschaftliche Essays, Erzählungen und weitere Romane. Er lebt und arbeitet weiterhin in Havanna.

Das Buch, um das es hier geht, ist der erste Teil eines auf vier Bände angelegten Roman-Zyklus „Das Havanna-Quartett“ und wird allgemein als Kriminalroman bezeichnet, was bei „Ein perfektes Leben“, im Vergleich zu den folgenden Teilen, noch am meisten zutrifft. Im kubanischen Original lautet der Titel übrigens „Pasado perfecto“, korrekt übersetzt müsste der Titel also Perfekte Vergangenheit lauten… und das käme den Intentionen des Autors auch bedeutend näher, der sich selbst nicht als Krimiautor bezeichnet. Er sagt selbst: „ … erscheint es mir zu einfach, mich als »Kriminalschriftsteller« abzustempeln, denn es ist doch allen klar, dass das nicht stimmt. Ich bin ein Lügner, und wenn ich Kriminalgeschichten schreibe, dann lüge ich, weil es mir um andere Wahrheiten geht, zu denen ich gelangen will. Tatsache ist, dass ich nicht in Kriminalliteraturverlagen publiziere, weder innerhalb noch außerhalb Kubas.“ Nun, da alle Bände des Quartetts vorliegen und ich immer noch Rezensionen lesen muss, in denen LP quasi als Erfinder dieses Genre in Kuba bezeichnet wird, sei mir die Bemerkung erlaubt, dass das schlicht falsch ist. Mir fallen mindestens zwei Kollegen ein, die lange vor LP Krimis schrieben, Luis Rogelio Nogueras und Daniel Chavarria… letzterer ist sogar einer der meistgelesenen Krimi-Autoren in gesamt Lateinamerika.

LP ist ein gewiefter Journalist, der gelernt hat, seine Themen, an der Zensur vorbei, auf die kubanischen Zeitungsseiten zu bringen. Nun, er beherrscht das Geschäft auch andersherum und benutzt das Krimi-Genre als Vehikel für eine sehr persönliche, aber auch für eine ungeschminkte Studie der kubanischen Gesellschaft Anfang der 90er Jahre. Und weil ich immer wieder bei Kollegen lesen muss, dass LP quasi das Sprachrohr einer Generation von der Revolution Enttäuschter sei, dann sei hier angefügt, dass der Protagonist der Romane mitnichten die Meinung des Autors wiedergibt. Ihnen sei noch einmal Gerhard Schoenbrenner zitiert, der zum Thema schrieb: „Als Stendhal vor 175 Jahren »Le Rouge et le Noir« schrieb, machte er, wie damals üblich, den geneigten Leser darauf aufmerksam, dass man den Autor nicht für die Ansichten und Handlungen seines Romanhelden verantwortlich machen darf.“

Natürlich stimmt das Ambiente des Romans mit den realen Bedingungen in Kuba überein und es wäre ja auch unsinnig das als Fiktion zu bezeichnen. Den Zusammenbruch der Sowjetunion gab es ja wirklich und die wirtschaftlichen Konsequenzen für das damals seit 25 Jahren unter dem Handelsembargo der USA leidende Kuba natürlich auch. Natürlich gab es in der folgenden Zeit der „periodo especial“ einschneidende Veränderungen in Kuba, wie die Öffnung für den Tourismus und es ist ebenso wahr, dass, mit diesem Wandel einhergehend, verstärkt soziale Unterschiede und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten stärker hervortreten. Aber es entspricht einfach nicht der Wirklichkeit des Romans, noch der Ansicht des Autors, dass es verlorene Generationen, allgemeine Regimegegnerschaft oder eben keine Zukunftsperspektiven gäbe und der kubanische Sozialismus in Frage gestellt würde.

Was diese Äußerungen hervor gebracht haben mögen, ist vielleicht die Tatsache, dass LP innerhalb einem, seit längerer Zeit unverändert gelassenen, nationalen Literatur-Genre, neue Wege ging und neue – für in Kuba als fast unmöglich gehaltene – Figuren und neue Plots einführte. Während in den Jahrzehnten vor dem „Havanna-Quartetts“ war auch die Krimi-Literatur eine politisierte und politisierende Literatur, die weder den Staat, noch dessen Repräsentanten und Institutionen in Frage stellte. Aus literarischer Sicht hat LP diese Schiene verlassen und mit seinem Protagonisten, dem (aus offizieller kubanischer Sicht unkorrekten) Polizisten Mario Conde, seinen (sich meist um Korruption drehenden) Fällen und natürlich seinen (aus der kubanischen Nomenklatur stammenden) Tätern die Romane auf realistischere Füße gestellt, was der staatlich geförderte „sozialistische“ Kriminalroman natürlich tunlichst vermied.

Ich möchte diese Buchbesprechung zu „Das perfekte Leben“ zum Anlass nehmen, auch einen kleinen Abriss über das Projekt des „Havanna-Quartett“ zu geben. Aber natürlich bleibe ich zunächst bei dem ersten Band dieser Tetralogie. Protagonist der Geschichte ist der oben schon erwähnte, eigenwillige, etwas neurotische Polizist, der beste Mann der Mordkommission, Teniente (Leutnant) Mario Conde. Er wird am ersten Januar frühmorgens von seinem Chef erbarmungslos geweckt, da er eine delikate Ermittlung von großer Wichtigkeit übernehmen soll. Aber bevor der Teniente das Verbrechen bekämpfen kann, muss er erst einmal seine versoffene Kondition wieder herstellen und seine Übelkeit und den riesigen Kater bekämpfen, den er sich während eines Besäufnisses mit seinem Freund zugezogen hat. Auch wenn ich was den Alkoholkonsum betrifft eher zurückhaltend bin, macht mir das die Figur sehr sympathisch und formt sie mir zu einer menschlichen Gestalt, bevor sie noch zum Helden werden kann.

Gleich nach dem mehr oder weniger gelungenen Versuch sich frisch zu machen, geht er zu Fuß zum Revier und der Roman gewinnt bei mir sofort weitere Sympathie-Punkte, da es LP meisterhaft gelingt, die Stimmung einer Stadt (in diesem Fall Havanna) am frühen Morgen zu transportieren. Ihm wird nicht besser, als er hört um was es eigentlich geht: Der Vizeminister Rafael Morin ist verschwunden… und ein hoher kubanischer Funktionär im Ministerium für Außenhandel verschwindet einfach nicht; vor allem nicht scheinbar spurlos. Dies ist in mehrfacher Hinsicht eine schlechte Nachricht für Mario, denn immerhin kannte er den Mann von Kindheit an, ist mit ihm zur Schule gegangen und… er ist der Ehemann der Frau, in die er selbst einst schwer verliebt war; oder es insgemein immer noch ist.

Weitere Erhöhung des Sympathie-Punkte-Kontos bringt die Rückblende des Protagonisten auf die aus den Grüften der Erinnerung aufsteigende Vergangenheit und die Beschreibungen seiner Schulzeit, während der alle Beteiligten sich täglich begegneten und die auch auf die alltäglichen Ansichten und Befindlichkeiten der Schüler eingeht. Mario beginnt seine Ermittlungen mit dem Besuch bei Tamara, die – wie es sich für die gehobene Gesellschaft gehört – in einem ehemals vornehmen, jetzt jedoch maroden Viertel lebt. Immer noch leicht „angeschlagen“ und sauer weil eigentlich sein freies Wochenende ist, vernimmt er die Frau, von der er geglaubt hatte, dass er sie aus seinem Gedächtnis gestrichen hätte.

Tamara stellt ihren Mann als das dar, was Mario (im Grund unangenehm) in Erinnerung hatte: als Musterknabe, Musterschüler und vorbildlichen Genossen, der es vom Schülersprecher zum hohen Funktionär gebracht hatte. Auch seine weiteren Ermittlungen verändern das Bild zunächst nicht: Es zeigt den makellosen Werdegang eines integeren, pflichtbewussten, intelligenten und kompetenten Mannes, der privat und beruflich Erfolg hat. Vielleicht wären die Recherchen im Sande verlaufen, wenn die Welt der Schönen und Reichen Mario nicht schon per se suspekt wäre. So aber kann er ein paar Indizien einfach nicht übersehen und demontiert sozusagen dieses Denkmal eines Muster-Funktionärs. Dabei tritt eine weitere Figur in den Vordergrund, die nicht nur für den Protagonisten wichtig ist, sondern die auch dem Roman insgesamt sehr viel Tiefe gibt.

Carlos ist ein weiter ehemaliger Mitschüler, der sich damals als Schüler den Spitznamen „der Dünne“ und später – als Soldat in Angola – eine Kugel ins Rückgrad eingefangen hat und seitdem querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Im Gegensatz allerdings zu Morin wurde „der Dünne“ aber Marios bester Freund; vielleicht sein einziger. Mit ihm teilt Mario Rum und Essen, mit ihm entspannt er beim gemeinsamen Musikhören, mit ihm schwelgt er in Erinnerungen und spinnt sich Zukunft und mit ihm bespricht Mario auch seine Fälle. Für Mario ist sein Freund ein blank geputzter Spiegel und an dem gebrochenen Mann, können sich die Meinungen, Ansichten und Gedankengänge des Ermittlers brechen. Da sie oft über Gott und die Welt plaudern, erzeugt das Vorhandensein dieser Figur Realität in der Fiktion des Romans, der – wie schon gesagt – nichts als das sein will; denn nicht einmal die Dienststelle des Teniente gibt es, da die Polizei auf Kuba völlig anders organisiert ist.

Langsam verdichten sich die Hinweise, dass der Verschwundene Dreck am Stecken hat und womöglich deshalb abgetaucht ist. Hier ein Hinweis auf selbst bewilligte Spesen, dort ein Hinweis auf undurchsichtige Geschäftspraktiken; hier ein Techtelmechtel mit einem leichten Mädchen unter falschem Namen, dort eine Information über eine längere Auslandsreise, vor der scheinbar nicht einmal seine Frau wusste; hier Devisen kostende Barbesuche, dort ein Besuch bei einem alten Bekannten um ihn um Verzeihung zu bitten, als nähme er Abschied für immer. Aber statt Mario damit zufriedener wird und der Lösung näher kommt, scheinen die sich verdichtenden Hinweise den Verdächtigen bei Mario eher im selben Maß zu entlasten, wie er für die anderen Ermittler verdächtiger wird. Vielleicht haben weder Mario noch seine Kollegen recht…

Nun, ich schrieb ja oben schon, dass es sich bei „Ein perfektes Leben“ nicht nur um einen Krimi handelt und gerade deshalb gefällt mir das Buch ausnehmend gut; wiewohl mir Krimis eh nur dann gefallen, wenn sie mir nicht nur mit bloßer Action daher kommen. Richtige Krimi-Fans werden wohl auch nicht wirklich auf ihre Kosten kommen, denn die eigentliche Kriminalgeschichte ist nicht sehr spannend und ziemlich durchschaubar. Aber, wie schon gesagt, sie dient dem Autor eigentlich auch nur als Aufhänger, als Vorwand, vielleicht, um  hauptsächlich seinem kubanischen Publikum eine gesellschaftskritischen Spiegel vorzuhalten. Wir anderen sollten uns von diesem Buch ruhig gut unterhalten lassen – denn dazu ist es ganz bestimmt in der Lage.

Wer sich – wie ich z.B. – wirklich für Kuba interessiert, kommt schon deshalb um diesen Roman (und die anderen des Havanna-Quartetts) nicht herum, weil er jenseits der romantisierenden Reise-Reportagen, Volkstümeleien der Musik-Branche, Sozialismus-Untergangs-Predigten und Selbstbeweihräucherung einen recht genauen Blick auf den kubanischen Alltag erlaubt, der natürlich von Mangel an Gütern des täglichen Gebrauchs und von aufkommender Prostitution und den damit verbundenen Problemen etc. geprägt ist. Aber es ist eine Frage der Perspektive, die Schuld daran hier oder dort zu suchen; ob man sie beim kubanischen System oder bei dem seit 40 Jahren andauernden Boykott vermutet, hilft den Menschen dort nicht die Bohne. Das Buch hat mir auch deswegen gefallen, weil ich genau das was die Systemgegner hinein interpretiert haben NICHT gefunden hab. Was ich stattdessen gefunden habe, ist ein moderner lateinamerikanischer Roman, in dem ich Parallelen zu vielen modernen lateinamerikanischen Schriftstellerkollegen erkenne: sich überlagernde Perspektiven, sich verwischende, ineinander changierende Zeiten, menschlich angelegte Figuren, wechselnde Erzähl-Perspektiven.

Ich müsste es eigentlich nicht noch einmal sagen: „Das perfekte Leben“ ist der erste Band der Tetralogie und ich müsste diese Tatsachen nicht noch einmal aufnehmen… wenn, ja wenn ich schon erwähnt hätte, dass LP die einzelnen Teile seines Quartetts den vier Jahreszeiten zugeordnet hat. Er beginnt mit dem Winter (einer Jahreszeit, die man sich im Zusammenhang mit Kuba kaum richtig vorstellen kann) und so geraten die „Außenaufnahmen“ der Story eben auch zu einem Stimmungsbild, das uns im Allgemeinen eher verschlossen bleibt. Auch wenn LP sein Handwerk, wie er selbst auch sagt, als Journalist gelernt hat und dieser Roman vielleicht der Realität näher kommt, als so manche im staatlichen Fernsehen Kubas oder auf CNN gezeigten Reportage, sollte man sich immer vergegenwärtigen, dass es ein Roman bleibt… aber ein guter und in weiten Teilen auch schöner.

Wilfried John

Ein perfektes Leben

Leonardo Padura

288 Seiten – Gebundenes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus 2003

ISBN: 3-2930-0315-X

18, 90 €

272 Seiten – Broschiertes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus September 2005

ISBN: 3-2932-0344-2

9,90 €

Nachsatz: Ich konnte den biographischen Teil etwas kürzer halten, weil im Anhang der gebundenen Ausgabe weitere Informationen zu LP zu finden sind und ein ausführliches Interview abgedruckt ist, in dem LP über sein Leben, seinen schriftstellerischen Werdegang  und die Intentionen, die sein Schreiben leiten.

Das Havanna-Quartett von Leonardo Padura

Erschienen im Unionsverlag 2003/2005

Winter

Im Winter (Ein perfektes Leben) ist ein von allen als vorbildlich angesehener Funktionär verschwunden. Teniente Mario Conde demontiert dieses Denkmal und zeigt die korrupten Seiten einer der aufmerksamen Kontrolle entzogenen Manager-Clique…

Frühling

Im Frühling (Handel der Gefühle) gerät die Welt der Reichen und Schönen durcheinander. Mario Conde ermittelt und entdeckt, dass in dieser glatten paradiesischen Scheinwelt sehr hässliche Blumen blühen: Vetternwirtschaft, Drogen und Betrugs.

Handel der Gefühle

Leonardo Padura

254 Seiten – Gebundenes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus Februar 2004

ISBN: 3-2930-0322-2

18,90 €

256 Seiten – Broschiertes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus Februar 2006

ISBN: 3-2932-0352-3

9,90 €

Sommer

Im Sommer (Labyrinth der Masken) muss Conde den Tod eines Transvestiten aufklären. Ein für seine Exzentrik bekannte und seiner Intelligenz gefürchtete Homosexueller hilft dem Teniente die düstere Welt eines in den Untergrund gedrängten Teils der Gesellschaft zu verstehen. Hier kennt anscheinend jeder die ganze Wahrheit über den Mord

Labyrinth der Masken

Leonardo Padura

269 Seiten – Gebundenes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus Februar 2005

ISBN: 3-2930-0323-0

19,90 €

256 Seiten – Broschiertes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus April 2006

ISBN: 3-2932-0364-7

9,90 €

Herbst

Im Herbst (Das Meer der Illusionen) kehrt ein Mann aus Miami nach Kuba zurück, der seit 1978 dort „im Exil“ war… und wird ermordet. Der Ermordete war ein sog. Enteignungsbeamter, der nach der Revolution mit der Enteignung des Kunstbesitzes der kubanischen Bourgeoisie beauftragt war und schaffte sich zahlreiche Feinde. Eigentlich hatte Mario Conde bei der Polizei gekündigt um ein Buch zu schreiben, aber er nimmt sich des Falls an und löst ihn… und schreibt eben erst danach den Roman „Ein perfektes Leben“.

Das Meer der Illusionen

Leonardo Padura

284 Seiten – Gebundenes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus August 2005

ISBN: 3-2930-0324-9

19,90 €

282 Seiten – Broschiertes Buch

Verlag: Unionsverlag – Aus Juli 2006

ISBN: 3-2932-0374-4

9,90 €